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Als Kassenpatient abgeschrieben? Mein Besuch beim Arzt

Nach wochenlangem hadern, habe ich mich nun endlich dazu durchgerungen doch beim Arzt vorstellig zu werden. Um genau zu sein, wollte ich sowohl zum HNO- als auch Hautarzt. Natürlich habe ich nicht damit gerechnet, dass man eher auf der Straße krepiert, bevor die einen als Patient kurzfristig aufnehmen.

Szenario 1: beim HNO-Arzt
Vor mir hatte es eine ältere Dame schon mit Halsschmerzen versucht. Man hatte sie auf den 11. Februar verwiesen, nachdem nachgefragt wurde, ob sie die Schmerzen denn schon lange hätte. Sie bejahrte. Die Arzthelferin dachte sich wohl, dass es auf zwei Wochen mehr nicht mehr ankäme, immerhin hat es die Dame schon so lange ausgehalten!

Als nächster dann ich.
Ich: „Hallo, ich weiß, dass sie hier eine Terminpraxis sind, aber ich halte es nicht mehr aus mit meinen Halsschmerzen. Ich bin sozusagen Schmerzpatient und muss unbedingt sofort ran!“
Sie: „Wir haben da leider gar nichts mehr frei! Aber bei welcher Krankenkasse sind sie denn?“
Ich denke mir also, ob es sinnvoll ist kurz zu lügen und mich als Privatpatient auszugeben, entscheide mich dann aber für den Konfrontationskurs: „Ich bin bei der blabla muss aber wirklich ganz dringend. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Biiiiiittteeeee…“ (und noch ein nettes Lächeln aufgesetzt)

Um es kurz zu machen, ich habe morgen um halb drei einen Termin. Geht doch!

Szenario 2: beim Hautarzt
Ich: „Ich müsste da mal ganz dringend zum Arzt, da ich so einen komischen Leberfleck habe, der mir Sorgen bereitet.“
Sie: „Waren sie schon einmal bei uns? Haben sie einen Termin?“
Nein: „Termin, nein, leider nicht. Ich war vor längerer Zeit mal hier (war ich natürlich nicht).“
Sie: „Ich kann sie leider nicht finden. Leider sind wir total voll und ich kann niemanden rannehmen. Bei welcher Krankenkasse sind sie denn?“
Schon wieder diese Frage nach der Krankenkasse, arrrrgh.
Ich: „Ich bin bei der blabla.“
Sie: „Achso, dann hätte ich einen Termin im Mai.“
Ich: „Mai??????? Wir haben gerade Januar und ich glaube nicht, dass es gut ist solange zu warten, bis sich mal jemand diesen Leberfleck anschaut!“
Sie: „Ich kann da leider nichts machen. Sie sehen es ja, es ist sehr voll“ und zeigt auf den Monitor mit bunten Grafiken, die wohl einen Terminkalender darstellen sollen.
Ich: „Ich weiß, dass sie persönlich nichts dafür können und auch irgendwann nach Hause wollen. Aber sie würden mir wirklich helfen. Ich brauche ja auch nur 5 Minuten beim Doktor und sie können mich ans Ende packen.“
Sie: „Das kann ich nicht entscheiden, da müsste ich fragen.“
Ich denke mir: „Haaa, das war ihr Fehler!“ und sage: „Dann fragen sie doch bitte! Das wäre wirklich ein großer Gefallen“ und schaue nur noch leicht grinsend in die Gegend.

Anderthalb Stunden später war ich dann auch tatsächlich beim Doktor. Übrigens seht ihr hier, wie voll es im Sprechzimmer tatsächlich war. Das platzte förmlich aus allen Nähten. Wie man sieht war mir langweilig und ich konnte mit meiner Kamera herumspielen 🙂

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