Selbstversuch: Alkohol, Halsschmerzen & die Nebenwirkungen

Drei Tage habe ich nun schon Halsscherzen. Aber nicht irgendwelche Halsschmerzen. Es sind absolut tödliche Halsschmerzen. Von der Art, wie sie einem Angst machen, weil man sich nicht mehr traut zu schlucken. Ich wache des nächtens schweißgebadet auf, weil meine Halsschmerzen so unerträglich sind und mein erster Gedanken ist, nicht schlucken! Und wisst ihr was dann passiert? Man MUSS schlucken. Der Speichel sammelt sich und man hat das unbedingte Bedürfnis zu schlucken, als würde das eigene Leben daran hängen. Und was macht man? Natürlich, man schluckt…und dann – AUA! Also habe ich mich zur Bekämpfung dieser unerträglichen Qualen einem Selbstversuch unterzogen. Was hilft tatsächlich gegen Halsschmerzen? In diesem Stadium probiere ich es mit Unmengen von Alkohol.

Was habe ich gekämpft die letzten Tage. Ich habe mich schlau gemacht, was gegen Halsschmerzen helfen könnte. Habe schier literweise Kamillentee mit Honig getrunken, ich habe Wasser getrunken als gäbe es kein Morgen. In meiner ganzen Verzweiflung habe ich mit Salzwasser gegurgelt, frisch gepressten Zitronensaft getrunken, ein paar Kurze von Southern Comfort bis Likör 43 intus gehabt und sogar Longdrinks à la Wodka/Energy und Rum/Cola zu mir genommen. Nichts half. Ok, die Kurzen und die Longdrinks haben kurze Aufbesserung versprochen, doch das hielt nicht lange. Jetzt versuche ich mich an einer neuen Methode. So viel Bier in so kurzer Zeit wie möglich.

Die Hypothese: Man soll viel trinken und der Promillegehalt tötet zusätzlich Bakterien ab.

Mittlerweile habe ich mein fünftes Bier à 0,33L vor mir stehen und es sind gut 50 Minuten vergangen seit dem Ersten.

Artikulation: check!
Motorik: check!
Halsschmerzen: naja…

Ich möchte hier betonen, dass ich das keinesfalls aus Spaß mache. Hier handelt es sich um eine ernsthafte, klinische Studie mit dem Zweck das beste Mittel gegen Halsschmerzen zu finden. Ok, ich stehe nicht unter ärztlicher Betreuung, aber zur allgemeinen Nachvollziehbarkeit gibt es ja dieses fast notarisch geprüfte Dokument hier!

Der bisherige Text hat mich rund 8 Minuten gekostet und es befanden sich laut Word Rechtschreibkorrektur 5 Fehler in ihm. Wobei ich mir nach wie vor nicht sicher bin, wie man „des nächtens“ schreibt. Da ist Word sich wohl selber unschlüssig. Zwischendrin sei bemerkt, dass ich Heißhunger bekommen habe und Kartoffeln mit Butter+Salz gar köstlich sind. Der Heißhunger besteht indes nach wie vor. Ein Vorteil dieser Methode ist die allgemeine Heiterkeit. Egal wie schlecht das Fernsehprogramm ist, man kann dem immer etwas abgewinnen. Langweilig wird es definitiv nicht.

Was jedoch den Kernpunkt dieses Selbstversuchs ausmacht, so muss ich sagen, dass ich das Experiment eventuell verlängern muss. Ich merke, dass die Halsschmerzen erträglicher werden, aber sie sind nicht wirklich abgeklungen. Bier N° 5 (ich finde N° sieht wesentlich schicker aus als Nr.) macht sich jedoch eindeutig bemerkbar. Um einer Dehydration vorzubeugen trinke ich nebenbei noch Wasser, was das Ergebnis evtl. geringfügig verfälscht. Hier ist aber anzumerken, dass der ledigliche Wasserkonsum zuvor keine Linderung brachte, daher also nicht ausschlaggebend sein kann. Vielmehr handelt es sich hier um präventive (zwischenzeitlich habe ich präventative und präventiöse schreiben wollen) Maßnahmen handelt, die einen morgendlichen Kater verhindern.

Wie das Experiment ausgeht, werden wir dann morgen erfahren. Ich bin gespannt!