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Das WikiLeaks-Phänomen: wenn Behörden die Macht des Internets zu spüren bekommen

Ihr habt es sicher in den letzten Tagen mitverfolgen können. Wenn dem nicht so ist, dann solltet ihr erst recht weiter lesen, denn hier geht es um Meinungsfreiheit und über die Frage wer stärker ist, ihr oder der Staat, zu dem man sich eigentlich hinzuzählt, der dann aber doch Dinge macht, die man selbst nicht möchte.

Depeschen über Korrespondenzen von verschiedenen Regierungsvertretern wurden von WikiLeaks veröffentlich und sorgten für einigen Wirbel. Man konnte nachlesen, wie die US-Botschaft über Berlin und unsere Kanzlerin denkt. Was im Iran vor sich geht und in Netzwerken der US-Regierung besprochen wird. Natürlich fanden die diversen Regierungen, allen voran die USA, das weniger erfreulich und haben dazu aufgerufen WikiLeaks zu sperren. Man munkelt sie haben verschiedene Parteien (darunter Paypal) regelrecht dazu aufgefordert.

Doch wie kann die Regierung WikiLeaks dazu bringen in die Knie zu gehen? Nun, zunächst wollte man ihnen die Server entziehen. Doch mit der Hilfe von Freiwilligen wurden so viele Mirrors, also Seiten die auf Wikileaks Datenbestände spiegeln und diese ebenfalls anbieten, erschaffen, dass die Daten weiterhin für jedermann zu finden sind. Also dachte man sich, wir drehen ihnen den Geldhahn ab. Wikileaks finanziert sich über Spenden und so wurden Konten bei Paypal, Visa und Mastercard eingefroren. Die einvernehmliche Begründung: Wikileaks würde illegalen Tätigkeiten nachgehen, bzw. diese unterstützen.

Aha…Wenn in einer Demokratie, wie du USA vorgibt eine zu sein, also nun jedermann weiß, was tatsächlich gesprochen und gedacht wird, so stellt das eine nationale Bedrohung dar und ist illegal… interessant.

So, oder so ähnlich dachten wohl auch einige andere Menschen und entschlossen sich zum Gegenschlag auszuholen. Sie arrangierten mittlerweile mehrere gemeinsame Attacken z.B. auf Mastercard und konnten so deren Internetseite lahm legen. Das Werkzeug heißt DDoS-Attacke und ist im Grunde eine Überflutung der Mastercard-Server mit Anfragen, die dann darunter zusammenbrechen.

Jetzt kann man sich fragen: Ist WikiLeaks damit geholfen? Bringen diese Attacken etwas?
Vielleicht ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Doch ist sich nicht dagegen zur Wehr zu setzen besser? Paypal hat mittlerweile das Konto wieder freigegeben und man darf spekulieren, ob es tatsächlich die DDoS-Attacken waren, die sie zu diesem Schritt bewegten. Geschadet hat es wohl nicht.

WikiLeaks ist wichtig, weil sie unabhängig sind und auch wenn nicht jede Information für jedermann sichtbar sein sollte, muss es eine Institution geben die Regierungen nicht beeinflussen können. Jemand vor dem man sich rechtfertigen muss. Und letztlich stehen wir hinter WikiLeaks. All jene die nun lesen können, was sonst verborgen geblieben wäre. Und ich möchte nicht von der Regierung mundtot gemacht werden!

Einen weiteren interessanten und kritischen Artikel dazu findet ihr auf SpiegelOnline.