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Chile – mein kleines Abenteuer

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Zuerst wollte ich diesen Artikel ja „Chronologie des Schreckens“ nennen, aber das wäre dann doch ein wenig sehr hart. Denn letztlich war mein Kurzurlaub in Chile wirklich ein schönes Erlebnis. Doch fangen wir doch einfach von vorne an.

Nachdem Mutter Natur offensichtlich etwas dagegen hat, dass ich Chile besuche, sorgte sie am Tag meiner Ankunft mal eben dafür, dass die Erde erneut bebte, allerding nur mit läppischen 6,5 auf der Richterskala, was wiederum dazu führte, dass eine Tsunami Warnung ausgegeben wurde. Alles klar, sie macht also ernst. Mano a Mano, mal sehen wer stärker ist! Von so ein paar Widrigkeiten lasse ich mich jedoch nicht aufhalten 😉 Also ab ins Flugzeug und los…!

In Santiago de Chile angekommen verbrachte ich zunächst einmal 20 Minuten auf der Landebahn, da es natürlich kein funktionierendes Gate gab. Also schlenderten wir über das Rollfeld zu unseren fein säuberlich aufgereihten Koffern auf dem Landefeld und griffen uns jeder den Passenden. Anschließend ab ins Zelt, was mich irgendwie an eine Kontaminationsstation aus einschlägigen Actionfilmen erinnerte. Geschafft, und jetzt nur noch zur wartenden Freundin. Freudestrahlend, ein wenig geschafft aber glücklich geht man also dahin und freut sich auf die glücklichen Gesichter der Wartenden. Aber was ist das? Keine Freundin, kein bekanntes Gesicht, nur die eisige Kälte eines provisorischen Empfangsterminals. Das ist in etwa so, als gebe man eine Geburtstagsparty und niemand kommt, sehr ernüchternd. Doch ich habe schnell Anschluss gefunden. Der freundliche Taxifahrer ist fortan mein neuer, bester Freund und wir suchen gemeinsam ein Telefon. Irgendwann konnten wir dann auch ein Handy auftreiben und siehe da, die gute Freundin kommt, allerdings anderthalb Stunden zu spät! Das sind die Momente in denen man weiß, dass man geliebt wird 🙂

Zu den Klängen von Xavier Naidoos „Alles kann besser werden“ sitze ich derweil auf einer Bank, zwischen zwei Kerlen, von denen der eine markante Ähnlichkeit mit Saddam Hussein hat, während der andere sich bei 20 Grad in Winterkleidung zu Tode zu frieren scheint. Man ist hier offensichtlich anderes Klima gewöhnt.

Nach nunmehr guten drei Monaten des Spanisch Lernens muss ich feststellen, dass ich die Menschen hier so gut wie gar nicht verstehe. Der Dialekt ist der helle Wahnsinn. Als würde ein Lispler ständig Worte verschlucken, herrlich! Was bei uns und in Buenos Aires in ciao (tschau) ist, hört sich hier wie ein „zau“ an. Mucho (mutscho) ist hier „muzzo“. Die Leute könnten also auch genauso gut aramäisch mit mir sprechen, ich würde nicht mehr oder weniger verstehen.

Doch es gab auch allerhand Lustiges. So konnte ich zum ersten Mal Rockband spielen, sowohl Gitarre, als auch Schlagzeug, was umgehend mein Favorit wurde, nachdem ich beim Singen gnadenlos versagt habe. Ich bin offensichtlich nicht in der Lage Töne zu treffen, geschweige denn zu halten. Jeder Ton über Tenor ist mir zu hoch, hehe. Ansonsten haben wir natürlich noch ein paar Clubs und Bars unsicher gemacht und auch mal gemütlich mit dem Onkel zusammen gesessen und bei ein, zwei Gläschen Traubenschnaps, der Rum ähnelt, über Brokeback Mountain gelacht.

Dann habe ich auch endlich wieder das Meer sehen und fühlen können…haaaa, aber bissl kalt war’s. Dann gab es noch einige Nachbeben und einen chileweiten Stromausfall inklusive. Ihr seht, es war ein sehr abwechslungsreicher Urlaub, der nur noch dadurch gekrönt wurde, dass ich die gute Este am Flughafen verloren habe und sie nun eine Woche länger im Land bleiben „darf“ aufgrund eines fehlenden Visums. Was soll man sagen, es war typisch und das i-Tüpfelchen auf einem abwechslungsreichen und schönen Urlaub!