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Probandendasein – Tag 1

Den ersten Tag habe ich nun erfolgreich hinter mich gebracht, was auch keine allzu große Leistung darstellt, denn das Schwerste war um 08.00 Uhr früh auf der Matte zu stehen und einige Voruntersuchungen über sich ergehen zu lassen. Was folgte war ein Tag voll Langeweile.

Um diese Langweile zu durchbrechen und das schwer verdiente Geld und Vertrauen in uns auch zu rechtfertigen, taten wir das einzig Sinnvolle, wir spielten Kicker :) Abwechslung bedeute dann noch zum Essen zu gehen, was hier jedoch eher zur Qual wird. Man hatte wohl versehentlich die à la carte Menüs verlegt und so gab es nur Suppe, yippie. Schlimmer jedoch war dann noch die Zeitspanne zwischen den Mahlzeiten, welche sich in unaufhörlichen Magengrummeln und schlechter Laune manifestierte. Geplagt von all der Anstrengung und nicht enden wollenden Konzentration bin ich dann noch beim Lesen eines Buches auf der Terrasse eingeschlafen. Hier bekommt man tatsächlich sein Geld fürs Nichtstun, ein Job mit Zukunftsperspektive.

Weitere Eindrücke vermitteln dann vielleicht noch die Bilder rund um und auf der Station. Man könnte mich sozusagen als medizinischen Gefangenen betrachten, der feste Besuchszeiten hat, unentwegt in einen Becher mit Chip pinkeln muss und in einem Viererbettzimmer dahinvegetiert und nicht schlafen kann, weil einer der Mitpatienten im Schlaf (und auch dazwischen) schnarcht. Ein Hoch auf das Leben…