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U-Bahn Fahrt im Sommer

Das man nicht nur am Abend Spaß beim U-Bahnfahren haben kann, beweist mein letzter Trip mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Inmitten einer unerträglich, drückenden Hitze, eingepfercht von schwitzenden Menschenmassen fährt es sich eben doch am Schönsten. Welche Erlebnisse einem hier den Tag versüßen, möchte ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten

Da wäre zunächst einmal die Brustschwadron zu erwähnen. Als Mann frage ich mich unweigerlich, ob es tatsächlich von Nöten ist seine B-Brüste in Schlauchtittenform ohne BH zur Schau stellen zu müssen. Nicht genug, dass es wie ein Sabberlatz über den Bauchnabel hängt. Nein, bei vielen kommen auch noch Tellergroße Brustwarzen mit 10cm langen Nippeln zum Vorschein. Umringt von soviel Östrogen und Nippelständern trete ich also die Flucht ins Ungewisse an und schaue mich weiter im Wagon um. Das Bild, das sich einem bietet, ist erschreckend. Schwitzende Michelinmännchen, wie die Hühner auf der Stange aneinandergedrängt, reiben sich so lange im qualvollen Tenor, bis die Luft zum zerreißen gespannt ist. Fettsträhnen säumen das Haupt der meisten Fahrgäste und symbolisieren die Krone des Sommers auf der Stirn jedes Einzelnen. Wer ganz besonderes Glück hat, sitzt direkt neben einem Halbpavian mit ausgeprägter Körperhaarung und hochaktiven Schweißdrüsen. Hier kann das Transpirant dann ohne Umwege und vermeintliche Baumwollbarrieren direkt an den Mitmenschen abgegeben werden. Zeugnis der verheerenden Wirkung solcher Körperflüssigkeiten sind dann zumeist nur noch die vergilbten Stellen auf dem Unterhemd, welche ein früheres Strahlendweiß nur noch erahnen lassen.

Ja, wir alle haben uns den Sommer sehnlichst herbei gewünscht, also leben wir jetzt wohl oder Übel mit den Nebenwirkungen und erfreuen uns am urbanen Gemeinsinn in zu engen Transportmitteln.

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