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Wenn Erwartungen an der Börse zu wichtig werden

Das muss man sich mal vorstellen. Da macht die Citigroup rund 1 Milliarde Dollar Verlust und trotzdem steigt der Börsenwert zwischenzeitlich um 12%. Würde man die Geldscheine aufeinander stapeln, die die Bank „verloren“ hat, hätten sie die Höhe des Eifelturms.

Ich finde es ja toll, dass die Citigroup weniger Verlust macht, als noch im vorherigen Quartal, wo es 5 Milliarden waren, aber dass man sich da als Börsianer wie ein Schneekönig freut, ist mir unbegreiflich. Ganz zu schweigen davon, dass noch weitere Abschreibungen für die Zukunft geplant sind, in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar für Darlehen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Citigroup nur noch lebt, weil der Staat sage und schreibe 350 Milliarden Dollar in das Finanzhaus gepumpt hat. Es ist auf morbide Art und Weise erschreckend und faszinierend zugleich, wie gewisse Meldungen von den Medien und in dem Fall der Börse behandelt und weiter getragen werden. Da wird ein Verlust von 1er Milliarde Dollar als etwas Ausgezeichnetes verkauft. Viel wichtiger als Ergebnisse, seien sie positiv, oder negativ sind nur noch die Erwartungen. Werden diese nicht erfüllt, selbst wenn ich einen soliden Zuwachs vorweisen kann, werde ich abgestraft. Dabei dachte ich immer, man wolle von Spekulationen weg kommen und wieder zu festen Werten wechseln.

Bildquelle: spiegel.de