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Selbstversuche bei Krankheiten – Folge 1: Inhalierbad

Es ist mal wieder Zeit für einige Feldtests, und da sich niemand anderes anbietet, musste ich mal wieder alles an mir selber ausprobieren. Dank eines unerträglichen Schnupfens war es an der Zeit ein Inhalierbad auszuprobieren.

Das ist der helle Wahnsinn! Man muss schon eine gewisse masochistische Ader in sich tragen, um Minzdämpfe aus einem 100° heißen Topf, umhüllt von einem luftdichten Handtuch, freiwillig einzuatmen. Wenn einen nicht die unerträgliche Hitze zu schaffen macht, dann doch spätestens die Dämpfe, welche sich nach Sekunden in Augen, Nase und Mund verbreiten, wobei man gar nicht weiß, was gerade am meisten brennt. Alternierend versucht man also zwischen Mund und Nase hin und her zu atmen, in der Hoffnung sich nicht die Nasenhaare zu verbrennen und die Lunge nicht kollabieren zu lassen. Das hätte den nicht unwesentlichen Nebeneffekt der Ohnmacht, welche dazu führt, dass man seine Fresse unfreiwillig in dem siedend heißen Schwitzwasser unter sich parkt. Als alter Sushifreund weiß ich nun auch endlich, woher sie Krebsfleischimitat bekommen, denn genau so sieht man nach dieser Tortur im Gesicht aus. Doch das verblüffendste an der ganzen Sache waren die Unmengen an Rotz, die sich ihren Weg durch die Nase bahnen. Zunächst dachte ich, ich würde einfach nur schwitzen. Irgendwann bemerkte ich jedoch, dass ich gleichzeitig noch sabbere und mir wahrscheinlich die Hälfte meiner Hirnmasse gerade durch die Nase entweicht. Gepeinigt von soviel nasalem Ausfluss half auch kein Taschentuch mehr, eine ganze Küchenrolle musste her. Nach einer knappen Viertelstunde war es dann endlich überstanden und die Nase war erstaunlicher Weise frei. Langzeitstudien werden zeigen, ob diese Art der Selbstverstümmlung Erfolge bringt.