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Tantalosqualen – ein bisschen Bildung

Heute wollen wir uns ein wenig mit griechischer Mythologie beschäftigen. Viele von euch kennen sicher den Ausdruck der Sisyphosarbeit/Sisyphusarbeit, bei der man eine zu Erfolglosigkeit und scheinbar nie endende Arbeit vollrichten muss. Weniger bekannt dürften die Tantalosqualen sein, die auf Tantalos, Herrscher über Phrygien zurück gehen.

Er stand in der Gunst der Götter (da er selber auch ein Sohn Zeus‘ war), nutzte dieses Privileg jedoch aus und zog so den Zorn der Götter auf sich. Er wollte ihre Allwissenheit testen, indem er ihnen seinen eigenen Sohn als Festmahl servierte. Diese durschauten das Vorhaben jedoch und ließen ihn dafür in den Tartaros (die Hölle) verbannen, wo er dazu verdammt war auf ewig Hunger und Durst zu erleiden. Homer berichtete von seinen Qualen:

Auch den Tantalos sah ich, mit schweren Qualen belastet.
Mitten im Teiche stand er, den Kinn von der Welle bespület,
Lechzte hinab vor Durst, und konnte zum Trinken nicht kommen.
Denn so oft sich der Greis hinbückte, die Zunge zu kühlen;
Schwand das versiegende Wasser hinweg, und rings um die Füße
Zeigte sich schwarzer Sand, getrocknet vom feindlichen Dämon.
Fruchtbare Bäume neigten um seine Scheitel die Zweige,
Voll balsamischer Birnen, Granaten und grüner Oliven,
Oder voll süßer Feigen und rötlichgesprenkelter Äpfel.
Aber sobald sich der Greis aufreckte, der Früchte zu pflücken;
Wirbelte plötzlich der Sturm sie empor zu den schattigen Wolken.

Man könnte sich das in etwa so vorstellen, dass man schon wild und hemmungslos miteinander „innig“ wird, dann allerdings feststellt, dass man kein Kondom zu Hand hat. Das sind wahre Qualen 😉