Type & hit enter to search

und wieder eine U-Bahnfahrt, abends um 20 Uhr

Gibt es so etwas, wie eine Sperrstunde für behinderte Spasten, also degenerierte Gesichtsschnitzel? Werden die erst ab 20 Uhr in die Öffentlichkeit entlassen? Das würde zumindest den Ansturm in so manchem Club erklären. Für mich war es wiederum ein U-Bahn Erlebnis der ganz besonderen Art.

Dieses Mal durfte ich mit zwei grölenden Gehirnamputierten bis nach Hause fahren. Sie machten zunächst unauffällig auf sich aufmerksam, indem sie sich teils durch spastische Lähmung, teils epileptischer Zuckung gegenseitig zu schlagen versuchten. Wie mir scheint nicht das erste Mal, leider wohl auch nicht das letzte Mal. Sie (das es eine Sie war, hat mich drei Minuten intensiver Beobachtung gekostet und beruht letztlich auf der Annahme, dass der Zopf wohl eher ein weibliches Accessoire ist) könnte man wohl in die Kategorie: zu dick geratene Amazone stecken. Ihr zerklüftetes Gesicht strahlte noch immer von der ausgeprägten Akne und wurde an Ekel nur durch ihre Fingernägel überboten, welche alle so aussahen, als hätte sie sie regelmäßig rektal eingeführt. Dass sie später daran knabberte, ist angesichts dieser Vermutung nicht sonderlich appetitlich. Er hingegen war gesegnet mit aerodynamisch nicht ganz windschnittigen Ohren, welche bei der vorherrschenden Kälte zwei Signalkellen bildeten. Sie rahmten auch vorzüglich den VokuHila ein, welchen er sichtlich mit Stolz trug. So wie es aussah, hat er ihn auch selbst mit verbundenen Augen geschnitten. Ebenso imponierend wie seine Erscheinung, war dann auch sein intellektuelles Vermögen, welches er durch lautes Zählen von verbleibenden Stationen zur Schau trug. Schwierigkeiten bis zur Acht bereitete ihm dann allerdings die ppfff…pppfff…pffffier. Auf die Frage, wo sie denn momentan überhaupt seien, antwortet sie ganz bohemien: „Keine Ahnung, irgendwas mit Mendelsohn-Barthdamschi (vom Schild abgelesen wohlbemerkt), oder irgend so einem Kanacken“. Jeder Pädagoge wäre von der mentalen Leistung dieser beiden beeindruckt.
Es sind solche Momente, die einem die persönliche Meinung zu Kastration oder Euthanasie überdenken lassen. Anders als in anderen naturwissenschaftlichen Gebieten, ergibt hier negativ und negativ eben kein positiv, sondern eher ein Harz-IV. Das einzige Positiv, das ich denen wünsche, ist HIV positiv. Vielleicht etwas hart ausgedrückt; ich gebe mich auch mit einer Geschlechtslepra für die beiden zufrieden.

Das adrette Paar ist dann übrigens auch genau bei meiner Haltestation ausgestiegen, weshalb ich nun einen Nachmieter suche und wohl bald umziehen werde.

Start the conversation