Type & hit enter to search
Rechtliches

Wenn schöner nicht gleich schön ist

Wir alle kennen sie. Die durchtrainierten Körper in und auf Magazinen. Sie lächeln uns mit ihren wohlgeformten Körpern an und scheinen uns sagen zu wollen: „Du kannst genauso schön werden wie ich!“ oder „Mach Diät, treibe mehr Sport, oder geh gleich unter Messer du fette Sau!“. Es kommt wohl darauf an, wie man hinhört. Es stellt sich nur eine Frage, muss man so schön sein?

Ich behaupte, dass Attraktivität nicht mit dem Maß an Muskeln oder dem Senken des Fettgehalts einhergeht. Ich gehe sogar soweit, dass es ab einem gewissen Punkt kontraproduktiv ist, immer perfekter auszusehen und dass man letztlich an Schönheit verliert. Und ich rede hier nicht von Argumenten wie innerer Schönheit. Jaja, die ist auch ganz wichtig, aber bleiben wir doch mal ausnahmsweise oberflächlich. Lassen wir unseren Blick über den Körper streifen und Intellekt, Charisma und all die anderen tollen inneren Werte beiseite. Trotzdem wir nun unser eigentliches Ich beiseite gewischt haben und uns nur auf unsere äußeren Merkmale beziehen, ist es nicht nötig perfekt auszusehen und sich Tag für Tag zu quälen. Versteht mich nicht falsch, ein Mindestmaß ist schon gut. So sind Zellulitis, Bauchringe von der Größe einer Salami nach wie vor nicht unbedingt anziehend. Doch das perfekte Waschbrett, die makellose Figur und ein weichgespültes Gesicht wie auf Modecovers ist dem Ergebnis von Anerkennung bzw. Schönheit im Auge des Betrachters zuwiderlaufend. Doch warum?

Egoismus und Minderwertigkeit sind die Zauberwörter. Wir möchten keinen Partner, der perfekt ist und von jedem angestarrt wird, während man unser Dasein als Fehler der Natur ansieht und sich fragt, wie diese beiden Menschen jemals zueinander gefunden haben. Ist der eine vielleicht blind? Minderwertigkeitskomplexe zwingen uns daher einen Partner schön zu finden und zu suchen, der unser eigenes Potential nicht maßgeblich überschreitet. Natürlich möchte man auch mit seinem Partner „angeben“ und ihn vorzeigen können, doch eine allzu zu große Diskrepanz zwischen der Eigenen und der Schönheit des Partners ist unwillkommen. Daher ist es nur sinnvoll, dass der andere keinen steinharten Waschbrettbauch hat, während wir den einen oder anderen Rettungsring mit uns herumtragen. Unser Egoismus würde davon zu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Zu groß ist auch die Angst den Partner an die Konkurrenz zu verlieren. Er könnte sich unvermittelt, wenn er unsere Unvollkommenheit erkennt, von uns abwenden. So ist es vielleicht nicht die Hässlichkeit aber der Makel bzw. die Unvollkommenheit, die aneinander bindet und letztlich ja auch unverwechselbar macht.