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Datenschutz adé – Wie Amerika die Hüllen fallen lässt

Immer mal wieder schwappen Hiobsbotschaften über den großen Teich, die Datenschützer und Freunde der Privatsphäre hier aufhorchen lassen. Auch heute ereilt uns wieder eine dieser Botschaften, die man eigentlich nur mit einer Reaktion belegen kann – Entsetzen. Denn was bei Criminalsearches.com möglich ist, wird so hoffentlich nie in Deutschland möglich sein.

Wer in Deutschland eine Auskunft über Geldbußen oder andere Delikte erfahren möchte, kann dies nur beim Einwohnermeldeamt gegen eine Gebühr von 13€ beantragen. Man bekommt dann sein eigenes Führungszeugnis postalisch zugeschickt. Man kann sich jedoch nicht mal eben so über seinem Nachbarn erkundigen.

Ganz anders in Amerika. Hier geht man einfach auf die Seite Criminalsearches.com und gibt Vor –und Nachnamen einer x-beliebigen Person ein. Prompt bekommt man auch schon die verschiedenen Delikte oder Verbrechen zum eingetragenen Namen. Ob zu schnell gefahren, Sexualverbrecher, Dieb oder sonstige Dinge, hier erfährt man so ziemlich alles und das ohne sich zu registrieren und innerhalb von Sekunden. Wem das noch nicht genug ist, der geht zu Peoplefinders.com und schaut versucht so anhand von Public Records Databases noch herauszufinden, wo die Personen leben, welche Telefonnummer sie haben und wie ihre Sozialversicherungsnummer lautet. Außerdem erfährt man wer, wie viel an welche Partei gespendet hat, man möchte ja schließlich wissen ob man einen Demokraten oder Republikaner vor sich hat.

Daneben scheinen Datenschutzpannen mit entwendeten CDs, auf denen sich die Adressen von einigen tausend Bürgern befinden, geradezu lächerlich harmlos. Bleibt nur zu hoffen, dass solche Eingriffe in die Privatsphäre auch in Zukunft bei uns undenkbar bleiben und unter die Rubrik Datenschutz fallen. Das wir allerdings in die falsche Richtung taumeln beweisen die Vorratsdatenspeicherung, biometrische Pässe, der Fall des Bankengeheimnisses, der häufigere Zugriff auf Bürgerdaten seitens der Behörden und noch viele andere Fälle.