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abnehmender grenznutzen

Abnehmender Grenznutzen im täglichen Leben

Der abnehmende Grenznutzen prägt uns unbewusst in all unseren Tätigkeiten. Er ist Ursache unseres Wirkens, oder zumindest sollte er es sein. Grundvoraussetzung ist daher das Erkennen eines abnehmenden Grenznutzens. Denn nur so kann eine effektive bzw. effiziente Arbeit verrichtet werden.

Aber klären wir zunächst, was genau der abnehmende Grenznutzen ist. Ich versuche das anhand eines plastischen Beispiels zu verdeutlichen. Versetzen wir uns zurück in die Zeit, da wir noch für Klausuren lernen mussten. Der ein oder andere wird viel Zeit damit verbracht haben, sich hinzusetzen und für eine gute Note zu lernen. Andere wiederum haben sich nur flüchtig zum Lernen begeben. Wenn man den Aspekt von unterschiedlicher Begabung und Intellekt außer Acht lässt, so ist einzig die Lerndauer entscheidend für die Note der Klausur. Ich denke es ist nach zu vollziehen, dass je länger man lernt, desto besser wird diese Note. Hier greift letztlich der abnehmende Grenznutzen. Denn es verhält sich nicht etwa so, dass wenn ich doppelt soviel Zeit investiere, auch eine doppelt so gute Note schreibe. In der Tat wird ab einem gewissen Punkt der Aufwand (nämlich die investierte Zeit) unverhältnismäßig groß. Das ist ganz leicht nachzuvollziehen. Während man bspw. in den ersten zwei Stunden noch viel Neues lernen konnte, sind die folgenden zwei Stunden schon geprägt von Wiederholung bzw. erschwerter Lernfähigkeit. Wenn ich dann weitere Stunden investiere, so maximiere ich höchstens Teilwissen. In Zahlen könnte man sagen, wenn ich für eine 3 zwei Stunden lernen muss, so muss ich für eine 2 schon 4 Stunden lernen, und für eine 1 sind es dann vielleicht acht Stunden. Obwohl dies willkürliche Zahlenbeispiele sind, verdeutlicht die Kurve im Bild, wie der Nutzen ab einem gewissen Punkt stagniert bzw. gegen Null tendiert.

Das Phänomen des abnehmenden Grenznutzens ist in der Ökonomie weit verbreitet. So rentiert es sich für ein Unternehmen unter Umständen nicht mehr, eine weitere Maschine einzusetzen oder noch mehr Arbeit zu investieren, da der Gewinn zu gering ausfallen würde. Grenznutzen beschränkt sich aber nicht nur auf wirtschaftliche Aspekte, er ist Mittelpunkt vieler unserer Handlungen und kann zu richtigen Entscheidungen verhelfen. So ist Zeitmanagement von ihm abhängig, aber auch monetäre Investitionen können davon abhängen.

Beispiel:
Kaufe ich mir für 500€ einen 30“ großen LCD-Fernseher, oder lieber für 1000“ einen 40“ LCD-Fernseher. Es gäbe auch für 2000€ einen 50-Zöller. Man kann diese Reihe noch weiterführen, doch ich denke es ist klar geworden, worauf ich hinaus möchte. Ab einem gewissen Punkt, sind die finanziellen Aufwendungen zu groß und die erbrachte Leistung zu gering. Ich zahle für immer höhere Bilddiagonalen exponentiell mehr Geld.

Beispiel 2:
Gehen wir von Polygamie aus. Man darf also so viele Frauen haben wie man möchte. Letztlich wird das nicht dazu führen, dass man unendlich viele Frauen haben wird, selbst wenn man dies möchte. Denn der Zeitaufwand wäre zu hoch und würde mit jeder zusätzlichen Frau steigen. Auch würden wahrscheinlich die Kosten explodieren. Nicht zuletzt würde der Lustfaktor darunter leiden, denn man hätte keine Gelegenheit mehr die Vielseitigkeit zu genießen. Anstatt also mehr und mehr Frauen zu haben, würde man wohl eher dazu tendieren, die Frauen auszutauschen, um so einen gleich großen Pool an Frauen zu haben, der sich mit den zur Verfügung stehenden Mitteln aufrecht halten lässt.

Es ist jedem klar, dass man meist nur begrenzte Mittel (z.B. Geld, Zeit, Lust) zur Verfügung hat. Dies als Grundlage genommen, führt zu einer bewussteren Nutzung dieser Mittel und so zu einer Maximierung seiner Effizienz. Sich also dem Umstand gewahr zu sein, dass es so etwas wie einen abnehmenden Grenznutzen gibt, verhilft einem letztlich zu besseren Entscheidungen, in vielen Lebenslagen. Man muss teilweise nur ein wenig abstrahieren.

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  • Timo - 6 years ago

    Beispiel 2 finde ich nicht gelungen. Ein anderes Beispiel wäre besser…

  • Thorsten - 6 years ago

    immer her mit besseren Beispielen.

  • Timo - 6 years ago

    Da wir uns im Kommentar bewegen, fasse ich mich kurz.
    Folgendes Beispiel: Grundstruktur von Beispiel 2. Anwendung: Fußball-Mannschaft (professionell). Hier kann die Qualität – Leistungsfähigkeit – der Mannschaft durch den Zukauf von sehr guten Spielern gestärkt werden. Ab einem gewissen Level steigt die Qualität – gemessen am Wettbewerb – nicht mehr – nur noch die Kosten. Mehr als 11 gesetzte Spieler und einige Ersatzspieler machen keinen Sinn. Hier geht es also auch um Austausch.
    Wie gesagt: Beispiel 2 finde ich persönlich nicht gut. Die Struktur ist OK. Aber das Thema…
    Die Erklärung ist ansonsten wirklich einfach zu verstehen 🙂 Es ist ein Kommentar. Eine Diskussion möchte ich wg. Zeitmangel nicht starten.