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Eine Frage des Glücks

Was ist es, dieses Glück? Dieses unfassbare, unbegreifliche, viel zu kurz andauernde Gefühl. Ein Lottogewinn bedeutet für viele Menschen Glück, oder das Finden eines Kleeblattes. Für manche wiederum ist es einfach nur ein wertloses Wort, ohne Bedeutung.

Doch für viele ist es ein Moment, den man nicht so schnell vergisst. Ein unerklärliches Gefühl von Vollkommenheit und Übereinstimmung. Alles scheint in diesem Augenblick richtig zu sein, nichts stört oder lenkt ab. Viel zu oft werden diese Stunden oder gar nur Sekunden dann wieder vergessen. Verschwimmen mit all den anderen Gedanken und verblassen allmählich. Und dann, wenn man alleine zuhause sitzt, in Gedanken versunken, befreit von all der Ablenkung des Tages, erinnert man sich wieder an diese Sekunden und wünscht sie herbei. Die Tragik des Glücks liegt also darin, sich in Momenten von Schmerz wieder daran zu erinnern, als würde man sich selbst bestrafen wollen.

Doch dann, aus heiterem Himmel, passiert es manchmal und man wird unvorbereitet vom Glück geküsst. Man trifft jemand ganz besonderen. Es kann jemand sein, den man zuvor nicht kannte und sich doch verbunden fühlt. Vielleicht sieht man jemanden, den man auch schon sehr lange kannte plötzlich ganz anders. Als wäre der Schleier, der scheinbar alles verhüllt halt, gelüftet worden. Und wie ein warmer Schauer überkommt einen plötzlich ein merkwürdiges Gefühl. Zuerst möchte man es gar nicht wahrhaben, verdrängt oder leugnet es. Doch sich zu wehren ist zwecklos, denn auch wenn Glück leider all zu oft nur kurz anhält, ist es doch nicht wegzudenken. Alle Bemühungen dagegen anzukämpfen müssen scheitern…wenn man es genau bedenkt, sollen sie auch scheitern. Denn ohne Glück, mag es noch so flüchtig sein, mit all dem Schmerz und der Leere die davor, danach oder dazwischen kommen mag, was wären wir nur…