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Reihe Sozialcharaktere in der Gesellschaft – Nihilist

Nihilist zu sein hat ungemeine Vorteile. Zum einen kann man sich lossagen von solch überbewerteten Konstrukten wie der Wirklichkeit, Sittengesetzen oder aber beispielsweise der Wahrheit. Es ist vortrefflich jegliche positiven Ansätze und Ideale abzulehnen, da man so nicht enttäuscht werden kann.

Die komplette Sinnlosigkeit des Lebens zu erkennen, hat aber auch Nachteile. Denn wenn man als starker Skeptiker behauptet, man könne nichts im Leben erkennen, so kann man natürlich auch nicht die eigene Existenz erkennen. Ein Dilemma, wie man sich denken kann. Denn wenn ich gar nicht existiere, wem tut es dann eigentlich weh geschlagen zu werden, Lust zu verspüren (nicht unbedingt beim Schlagen 😉 ) oder Bedürfnisse zu haben. Es ist in der Tat eine verzwickte Situation. Hinzu kommt, dass im Fall eines Nihilisten, der jede Form der Weltanschauung ablehnt, es einem sehr eingeschränkten Engagement führt. Wofür denn einen Finger krumm machen, wenn sowie nichts einen Sinn hat! Man wird mir beipflichten, dass dies unweigerlich zum Freitod führen muss oder weniger drastisch zu einem Leben ohne Handlung. Leider, wird dies gesellschaftlich nicht unbedingt unterstützt, und so ist man zum Handeln gezwungen. Auswege sind dann grenzenloser Hedonismus, Egoismus oder Verwahrlosung. Alkohol und Drogen, sind hier nur Zwischenstufen zu einem „höheren Sein“.

Hier kann man natürlich als gewiefter Nihilist ansetzen. So ist unkontrolliertes Komasaufen also der Weg zur Erleuchtung. Auch promiskuitives Extrem-Rudelbumsen ist unter diesem Aspekt ein tugendhafter Pfad, wohin gegen Alltruismus oder Menschenliebe nur Hindernisse in der Erlangung von völliger Erkenntnis sind. Würde man dies nun weiter führen, so würden natürlich zwielichtige Gestalten mit ´nem Bierchen in der Hand, die den ganzen Tag auf der Bank sitzen und sich um nichts scheren, plötzlich als Propheten darstehen. Das muss man so erst mal verdauen.

Wie man sieht, kann selbst dem Nihilismus etwas abgewonnen werden, wichtig ist nur die Betrachtungsweise…

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  • Christin - 9 years ago

    …Wozu suchen nach dem Sinn des Lebens?…wie ich von dir heute lernte, ist das Leben wie man es lebt, immer von zweierlei Seiten zu sehen. Die eine Moral-Apostel-womöglich-gutartigere Seite und zum anderen die jenige, die sich in jedem Tag versucht wieder zu verwirklichen und Jenseits von jeder Moralvorstellung, alle verwerflichen Dinge einfach tun möchte….Vielleicht ist ein Leben als Nihilist ein unkomplizierteres, so ganz ohne die Schönheit des Seins zu verstehen. Doch wie du immer so schön sagst: „Es wäre doch langweilig“ – sich jeden Tag die selbe Frage zu stellen auf die man eh nie ein Antwort bekommt…und in Verbindung mit Alkoholexzessen die in die Besinnungslosigkeit führen, würde man das Wesentliche im Leben womöglich vergessen – Das Leben will gelebt werden – Ich denke das der Mensch den Sinn nicht finden kann, doch er kann ihn spüren, in jedem Moment wo er lebt, wie er leben will…