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Woche 5 des Selbstversuchs – ist es noch lange…?

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Ihr kennt das, man ist auf Reisen und die plärrenden Bälger auf der Rückbank fragen einen immer und immer wieder: „Ist es noch weit?“ Man erwidert dann mit teils stoischer Gelassenheit, dass es nicht mehr weit sein. Dieses Spiel wiederholt sich dann solange, bis einem der Geduldsfaden reißt und man mit energischer Cholerik in der Stimme klar stellt, dass es noch sehr, sehr weit sei und jetzt gefälligst Ruhe!

So, oder so ähnlich kann man die letzte Woche den inneren Kampf mit mir selbst bezeichnen. In der einen Ringecke, mit einem Kampfgewicht von 87 Kilo, eiserner Disziplin und dem Willen zum Sieg ist der amtierende Meister der Fliegengewichtsklasse. In der anderen Ecke, mit einem Kampfgewicht von gefühlten 100 Kilo und keinerlei Motivation weiter zu kämpfen ist der zukünftige Schwergewichtsboxer. Tag für Tag kämpfen sie um die Vorherrschaft und auch wenn der Fliegengewichtler schon ein paar Mal „auf die Fressleiste“ bekommen hat, so ist er nach Punkten noch vorne. Ich kann es kaum noch abwarten, bis die Zeit vorbei ist. Versteht mich nicht falsch, manchmal ist es ganz leicht zu ertragen, doch dann kommen immer wieder diese Stunden, in denen man einfach mal ein Brötchen essen will. Oder Reis zum Fleisch. Es sind ja nicht mal Süßigkeiten, oder dass ich ein halbes Spanferkel, geschweige denn die Fettkruste von einem Eisbein essen möchte. Nur mal wieder Nudeln, oder Kartoffeln. Hilfe…! Ich glaube ich entwickele auch so langsam eine Allergie auf Magerquark und Haferflocken. Auch kann ich dieses Rühreigepannsche mit wenig Eigelb nicht mehr sehen. Dieses wässrige Zeug, das trotz Tomaten und den verschiedensten Gewürzen nach nichts schmeckt.
Aber es gibt auch gute Tage. In denen man voll und ganz mit seinem Essen zufrieden ist. Es kann tatsächlich teilweise gut schmecken, selbst für einen Fleischfresser wie mich. Man entdeckt fast nebenbei die unterschiedlichsten Dinge und lernt auch noch zu kochen. Denn wenn ich eines festgestellt habe, eine Diät ist teuer und aufwendig. Nicht nur, dass man sich sein „spezielles“ Essen kaufen muss, darüber hinaus muss man es auch noch selber kochen, so richtig in Töpfen und Pfannen!

Nur noch eine Woche, dann ist es überstanden. Endlich wieder ein belegtes Brötchen holen, Beilagen zum Fleisch und Gemüse. Obst essen und Eistee unter der Woche trinken können. Dann hat mich die Welt des Genusses wieder, wenn auch weiterhin eingeschränkt, man will ja nicht gleich wieder in alte Essensmuster verfallen.