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Reihe Sozialcharaktere in der Gesellschaft – Hedonist

Es ist ein philosophischer Aspekt, eine Denkweise oder eine Lebensgestaltung. Als Hedonist ist man zunächst sich selbst als Subjekt verpflichtet. Für den Hedonismus ist die eigene Lustbefriedigung und Glückseligkeit das höchste Gut. Ob darin mehr steckt, als ein egoistischer oder gar narzisstischer Ansatz wird in dem folgenden Artikel durchleuchtet.

Oft wird man als Hedonist negativ bewertet und all zu schnell in eine Schublade gesteckt. In seinen verschiedenen Ausprägungen ist diese Form des Auslebens jedoch allgegenwärtig und nicht minder ein stillschweigend anerkanntes, gesellschaftliches Phänomen. Es wird nur gerne all zu peinlichst darauf geachtet, dies nicht vor seinen Mitmenschen zu präsentieren. Relativiert oder gar kokettiert wird diese Ansicht heutzutage teilweise von der „Spaßgesellschaft“, die sich damit brüstet und es absichtlich zur Schau stellt. Im Grunde versucht sie den Faktor Spaß zu maximieren und Trauer zu minimieren. Hierbei stehen die Begriffe Spaß und Trauer für eine Vielfältigkeit von anderen Begriffen bzw. Zuständen. Spaß kann hier als Vergnügen oder persönliche Bereicherung in jedweder Form betrachtet werden. Hingegen ist Trauer synonym für Leid, Langeweile oder Tristesse verwendbar. Ziel ist es also in den gegeben Lebensumständen den größtmöglichen positiven Gewinn an Lust und Erfahrung zu sammeln. An sich keine verachtenswerte Einstellung. Kritisch wird es erst, wenn man die persönlichen Lebensumstände missachtet oder dahingehend verändert, dass sie sie dem Spaßfaktor unterordnen. So sind übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum, Spielsucht oder eine generelle Realitätsabstinenz mögliche Folgen eines übertriebenen Hedonismus. Doch dies sind extreme Fälle.

Epikur hat Hedonismus als eine Befreiung von Unlust gesehen. Welche jedoch nicht mit materiellen Gütern verwirklich werden kann, sondern sich in der Konzentration auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben einstellt. Was nun die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind, bleibt natürlich Auslegungssache. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass ein gemäßigter oder besinnender Hedonismus durchaus zu begrüßen ist, wenn dadurch nicht das soziale Umfeld leidet. Jeremy Bentham hat noch etwas sehr interessantes zum Thema Hedonismus gesagt:

Die Natur hat die Menschheit unter die Herrschaft zweier souveräner Gebieter – Leid und Freude – gestellt…Sowohl der Maßstab für Richtig und Falsch als auch die Kette der Ursachen und Wirkungen sind an ihrem Thron festgemacht.

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