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Reihe: Sozialcharaktere in der Gesellschaft – Borderline Syndrom

Angelehnt an den ersten Artikel über den negativen Narzissten folgt nun eine weitere, mögliche Ausprägung einer Persönlichkeitsstörung, die des Borderline Syndroms. Bei Personen mit dieser Krankheit handelt es sich um einen Typus von äußerster Instabilität, was Beziehungen, Stimmung und Selbstbild anbelangt. Affektivität und Impulsivität bestimmen weitgehend die Handlungen und kulminieren vereinzelt in paradoxen bzw. suizidalen Vorgehensweisen.

Borderline Persönlichkeiten weisen meist sehr kurzlebige, dafür aber umso stürmischere, zwischenmenschliche Beziehungen vor. Damit einhergehend ist eine starke Ich-Bezogenheit, die jedoch von ständiger innerer Leere begleitet wird und in Depressionen ausarten kann. Beispielhaft sind auch der plötzlichen Wechsel von der Stilisierung eines Menschen, gefolgt von auffälliger Entwertung, was wiederum Wertkonstrukte wie Loyalität und Freundschaft bisweilen unmöglich aufrecht erhalten lässt.

Im Gegenzug dazu, wird ein Alleinsein für einen Borderline Typus schwer ertragen, was zu dem verzweifelten Bemühen führt, nicht verlassen zu werden. In besonders kritischen Fällen kommt es auch zu paranoiden Gemütszuständen und „magischem Denken“. Weit verbreiteter sind hingegen unkontrollierte Wutausbrüche oder selbstzerstörerische Verhaltensweisen, bspw. bei Geldausgaben, Sexualität, Drogenkonsum, Spielverhalten etc.

Kontrastierende Ängste von Nähe und Distanz stören ein gesundes Sozialverhalten. Durch die gegensätzlichen Verhaltensweisen kommt es zu bewusster aber auch unbewusster Kränkung anderer und manchmal zu besonderer Exzentrik. Abrupte Stimmungsschwankungen und die suizidalen Aspekte machen diese Menschen kaum einschätzbar. Eine zu Anfang leidenschaftliche Beziehung kann schnell umschwenken und zu völliger Anhedonie (Lustlosigkeit) führen. Promiskuitivität ist hier auch ein Indiz für das Borderline Syndrom.
Diese Symptomatiken machen ein Zusammenleben, ob platonisch oder intim, auf Dauer zur Geduldsprobe. Die ständige Unsicherheit für beide Parteien ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. So gehen Beziehungen meist auch daran kaputt, was letztlich zu einem Teufelskreis führt. Denn die Angst vor Ablehnung und dem Alleinsein, verlagert sich bei Borderline Personen in unbewusste Distanz gepaart mit autoagressiven Handlungen und/oder Zurückweisung Mitmenschen gegenüber.

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