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Reihe: Sozialcharaktere in der Gesellschaft – negativer Narzisst

Heute wird eine neue psychologische Reihe in numinose gestartet. Es wird sich um Sozialcharaktere und deren Auswirkung in der Gesellschaft handeln. Wie empfinden Mitmenschen einen solchen Charakter und vor allem, wie fühlt sich die „betroffene“ Person? Das Mit –und Gegeneinander von Persönlichkeiten. Den Anfang macht der negative Narzisst.

Zunächst sollten wir den Begriff Narzissmus im Allgemeinen klären. Es handel sich hierbei um eine Selbstverliebtheit, Menschen die auf sich selbst bezogen sind und daher andere vernachlässigen. Ihr Eigennutz steht über dem Gemeinwohl. Zusätzlich gibt es noch zwei wesentliche Ausprägungen, den positiven und den negativen Narzissten.

positiver Narzisst:
Hat eine positive, zu sich selbst gerichtete Einstellung und damit einhergehend ein stabiles Selbstwertgefühl, welches auch bei eintretenden Rückschlägen erhalten bleibt. Diese Menschen ruhen in sich selbst und sind anderen zugewandt. Man spricht hier von einer gesunden Eigenliebe und Persönlichkeit.
negativer Narzisst:
Wird beherrscht von einem mangelnden Selbstwertgefühl, beruhend auf einer Säugling-Elternteil-Beziehung, welche von fehlender Bestätigung und fehlendem Einfühlungsvermögen geprägt war. Diese Menschen sind vorwiegend selbst bezogen und haben ein eher passives Liebesbedürfnis, „man liebt um geliebt zu werden“. Partnerschaften sind daher einseitig und vom Geben des Partners und Nehmen des Narzissten dominiert. Es bedarf einer ständigen Bestätigung, bei deren Wegfall es zu ernsthaften Minderwertigkeitskomplexen, bis hin zu Depressionen kommen kann.

Verallgemeinert gilt zu sagen, dass sich eine pathologische Narzisstische Persönlichkeitsstörung durch ein übermäßiges Gefühl der Wichtigkeit, übertriebenes Anspruchsdenken, sowie Egoismus und Arroganz auf der einen und Empathiemangel, erhöhte Verletzbarkeit und eine Unbezogenheit anderen Menschen gegenüber, auf der anderen Seite ausdrückt.

Wie also dringe ich zu einem Menschen durch, dessen Interessen überwiegend in ihm selbst zu finden sind? Das Paradoxe ist sicherlich die Tatsache, dass liebende Mitmenschen unter einem ihnen am Herzen liegenden Narzissten zu leiden haben, er sich jedoch diesem Umstand, dank seiner Veranlagung, nicht bewusst ist. Vergleichbar mit dem Versuch einem Gehörlosen einen Klang zu erklären, stößt man im wahrsten Sinn auf taube Ohren. Um im metaphorischen Stil zu bleiben, ist ein Narzisst aber nicht wirklich taub, vielmehr schwerhörig. Die so für jedermann deutlich hörbaren Töne, sind für ihn höchstens ein dumpfer Schall. Die Kunst einer sozialen Umgebung liegt demnach darin, ihm diesen dumpfen Schall bewusst zu machen; eine Sensibilisierung bis hin zur autonomen Wahrnehmung. Oftmals ist dies ein langwieriger Prozess, der von Missverständnissen geprägt sein wird, an dessen Ende aber ein harmonisches Miteinander warten kann.

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