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Deutsches Pfandsystem – Sinn und Unsinn beim Verpackungsgesetz

Beinahe tagtäglich konfrontiert uns dieses Objekt übelsten Terrors. Schikane oder auslösendes Moment der Verunsicherung im Supermarkt. Die Rede ist von den gemeinen Pfandflaschen. Ursprünglich einem höheren Ziel, der Umwelt zuliebe, ins Leben gerufen, ist sie heute irreführender Begleiter vieler Getränkeverpackungen und fördert wieder einmal den Glauben an eine unnötige Bürokratisierung einfacher Umstände.

Ich spinne hier einmal ein erdachtes Szenario zusammen. Eine Utopie, deren Wirklichkeit wir wohl alle nicht erleben werden. Ich gehe in einen Supermarkt, kaufe mir ein Mineralwasser, eine Fruchtsaftschorle, einen Saft und vielleicht noch einen Eistee. Alle in handelsüblichen Plastikverpackungen.
Der Clou: für alle Flaschen wird das gleiche Pfand berechnet und die Abgabe der Flaschen ist auch in jedem Laden möglich. Ja, die Welt könnte so einfach sein. Nicht aber hier in Deutschland. Hier wird zwischen kohlensäurehaltigen Mineralwassern oder Säften Unterschieden, zwischen Bieren und Spirituosen. Was das nun konkret bedeutet möchte ich kurz verdeutlichen.

Kaufe ich nun also einen Eistee, ist es pfandtechnisch gesehen ein Unterschied, ob ich diesen in einem Karton oder in einer PET-Flasche kaufe. Denn im Karton ist es pfandfrei, in einer PET-Flasche nicht, ebenso nicht in Dosen oder Glasflaschen. Kaufe ich nun einen Apfelsaft, spielt es überhaupt keine Rolle, ob dieser in einer PET/Glas-Flasche, oder einem Karton ist. Ich zahle niemals Pfand. Nun fragt sich der aufmerksame Leser: „Wo wird da an die Umwelt gedacht?“ …und ihr erratet es, gar nicht!
Anderes Beispiel: kaufe ich bspw. ein aromatisiertes Wasser – sagen wir ein Fitnessgetränk – so muss ich dafür Pfand zahlen. Wenn es aber eine 0,5l Flasche activeO2 ist (ich würde es als Wasser mit Geschmack bezeichnen), zahle ich keinen Cent. Wo also liegt der Unterschied zwischen einem aromatisiertem Wasser und Wasser mit Geschmack/Aroma? Hmm…auch nach langem Überlegen habe ich keine Erklärung. Oder warum zahle ich für Bier, also Alkohol, nicht aber für Wein oder andere Spirituosen, die ja meist alle in Glasflaschen ausgeliefert werden. Ob die Umwelt wohl weniger Probleme mit einer Glasflasche hat, in der Wodka beinhaltet war, als sie es mit einer Bierflasche hat? Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber für mich riecht das nach Lobbyismus und nicht nach Umweltpolitik.

Zu guter letzt, ist das natürlich noch die allseits beliebte Cola, Sprite und wie sie alle heißen. Denn diese haben natürlich eine andere Verpackungsform; eine Flasche aus Hartplastik. Wie schon so oft von uns erlebt, nimmt ein Getränkemarkt diese nicht an, sollte er so etwas nicht im Handel führen. Warum sollte man es dem Kunden auch leicht machen und ihn annehmen lassen, dass kohlensäurehaltige, aromatisierte Wässer ein und das Gleiche sind.
Noch ein Kuriosum ist das Red Bull Dilemma. Auf die Dosen von Red Bull, gibt es 25 Cent Pfand, auf Red Bull Light gibt es keinen Pfand! Schönes, einheitliches, sinnvolles Pfandsystem