Die Commons, Arbeiten in Disneys International Program, ein How to zur Bewerbung…
Dank der positiven Resonanz zum letzten Commons-Artikel und als Anleitung für kommende Nachahmer und Jünger der Ratte, möchte ich hier verdeutlichen, was ihr machen müsst, um ein deutscher Botschafter im Biergarten von Walt Disney World zu werden. Von der Bewerbung bis hin zu Vorbereitung für ein ganz besonderes Jahr in Orlando, Florida.
Fangen wir doch am Besten von vorne an. Zunächst schuf Gott Himmel und Erde…naja, vielleicht nicht so weit vorne
Beste Voraussetzungen für einen Auslandsaufenthalt bei der Maus, sind entweder Langeweile oder die Suche nach etwas außergewöhnlichem im Ausland. Au Pair Mädchen könnte man werden, Bedingung ist die Angehörigkeit zum weiblichen Geschlecht. Ansonsten stehen natürlich auch diverse andere Möglichkeiten offen, wie Austauschjahre, oder ein Auslandsstudium. Sollte man all dies nicht genutzt haben, sei es wegen Faulheit oder Nichtwissens, so bietet einem Disney mit seinem International Program, oder genauer gesagt dem Cultural Representative Program, eine weitere Chance in die Ferne zu ziehen. Besondere Qualifikationen sind hier nicht wirklich gefragt. Schulenglisch dürfte bei den Meisten ausreichend für die Tätigkeiten und den Umgang mit Kunden und Mitmenschen sein.
Wie ihr euch am besten beim Programm bewerbt.
Ihr meldet euch telefonisch oder per Email, bei der hier angegebenen Adresse und fragt dort nach weiterführenden Informationen, bzw. was ihr ihnen senden sollt. Kleiner Tipp von mir. Macht euch beim Telefonat darauf gefasst, dass ihr es mit Franzosen zu tun haben werdet, die demensprechend einen sehr eigenwilligen Akzent haben und ab und an schwer zu verstehen sind. Aber keine Sorge, die Mitarbeiter sind auf Freundlichkeit getrimmt und auch bei dreimaligen Nachfragen, wird euch mit stoischer Geduld geantwortet. Nicht zu vergessen, dass dieser Akzent auch sehr sexy wirken kann
INTERNATIONAL SERVICES
9 rue Dupleix
56100 Lorient
FRANCE
Tel: +33 2 97841114
Fax: +33 2 97840422
e-mail: wdw@internationalservices.fr
Solltet ihr euch zu einem dieser Schritte durchgerungen haben, so werdet ihr kurze Zeit später, wie in meinem Fall, viel zu früh aus dem Bett geklingelt und seht euch der Aufgabe gegenüber gestellt, ein kleines Telefoninterview zu machen. Noch leicht verträumt, mit einer rauen Katerstimme, wie nach zwei Nächten durchgefeiert, müsst ihr also nun zum Besten geben, warum ihr geeignet seid Cultural Participant in Epcot, ergo im Biergarten zu werden. Erwartet solch Fragen wie:
- Warum wollen sie zu Disney?
- Welche Fähigkeiten befähigen sie zu dieser Arbeit?
- Was kennen sie von Disney?
Ihr merkt, die Fragen sind sehr weich gespült und sollten niemanden vor ernsthafte Probleme stellen. Antworten, wie Erfahrung sammeln und dass man schon immer davon geträumt hat zur Disneyfamilie zu gehören, garantieren einem schon fast das Bestehen.
Habt ihr einen guten Eindruck beim Telefongespräch hinterlassen, bekommt ihr eine Einladung zum persönlichen Interview. Meist findet dies in Berlin oder Bonn statt. Wer nun denkt akribisch unter die Lupe genommen zu werden, der irrt. In Rudeln von bis zu 50 Freiwilligen, werden einem von übermotivierten Disneymitarbeitern aus Amerika die schönsten Dinge erzählt. Es folgt eine Präsentation mit Promovideo, in der eine hyperaktive Teenagerin, die Vorzüge des Commonsdaseins erläutert. Alles in allem wirkt es ein wenig nach Indoktrination, ist aber zu ertragen und nur ein kleiner Preis zu dem, was einen noch erwarten kann, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Am Ende des Vortrags, gibt es dann noch Einzelgespräche, die aber entgegen allen Befürchtungen äußerst angenehm verlaufen, und in denen ich dann auch schon mit meiner Interviewpartnerin zu Themen wie „Pimp my Ride“ und Haifischattacken abgeschweift bin. Also keine Angst, die Leute suchen Sklaven (ich meine Arbeitskräfte) und werden alles dafür tun, euch nicht zu verschrecken!
Nach einer Tortur der Ungewissheit, wird euch dann mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann ein Anruf ereilen, in dem euch mitgeteilt wird, dass ihr angenommen seid. Dies ist zunächst mal als ganz generelle Information zu verstehen und sagt noch nichts über das Datum aus. Ihr habt beim persönlichen Interview Präferenzen angeben können, wann ihr zeitlich einsetzbar seid, und danach wird dann auch eingeteilt. Wenn ihr also möglichst bald nach Florida wollt, gebt keine all zu großzügigen Zeitspannen an. Und noch etwas am Rande, bei der Arbeitsplatzwahl kreuzt F&B (Food and Beverage) an. Denn wenn ihr keine völlige Abneigung gegen das Kellnern habt, wird hier später das große Geld gemacht (Qualifikationen oder Erfahrungen sind auch hier nicht zwingend vorausgesetzt). Ich empfehle außerdem die Leute von Zeit zu Zeit ein wenig zu nerven, und darauf zu drängen, endlich ein festes Datum zu erhalten, man möchte ja schließlich die Zukunft planen können.
Solltet ihr nun zu den Glücklichen gehören, die ein festes Datum haben, wartet noch einiges an Papierkram auf euch. Ihr müsst zur amerikanischen Botschaft in Berlin, um einige Dokumente erstellen zu lassen. Außerdem müsst ihr eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Die ADAC Langzeitversicherung hat sich hier bewährt, da ihr mit der Disneyeigenen nicht weit kommt, dafür aber umso mehr zahlt. Auch ein Flug will gebucht werden und auch hier gilt, nehmt nicht den Disneyeigenen, der ist mehr als doppelt so teuer und ihr werdet zu Anfang immer Abzüge auf euren Paychecks (Gehaltsschein) haben. Condor ist hier eine günstige Alternative, bei der ihr evtl. auch schon mal einen Tag früher als eigentlich nötig ankommt, aber eine Übernachtung in einem nahegelegenen Hotel sollte kein Weltuntergang sein.
Weiter unten findet ihr noch einen Link zu einem deutschsprachigen Forum. Unbedingt mal anschauen, hier kann man sich weitere Tipps holen und im besten Fall Mitflieger finden. Ihr werdet sehen, dass immer Gruppen gleichzeitig ankommen und so kann man sich organisieren und schon etwas früher kennen lernen, um dann nicht völlig auf sich allein gestellt zu sein. Ungemein nützlich ist außerdem der Besitz einer eigenen Kreditkarte. In Amerika wird überwiegend mit Kreditkarte gezahlt, ob für den ersten Großeinkauf oder für eine Kaugummipackung.
Ich denke, dass die angeführten Informationen als kleine Starthilfe genügen und hoffe dem ein oder anderen geholfen, bzw. Licht ins Dunkel gebracht zu haben. Vieles mag einen zunächst erschlagen, ist aber im Nachhinein alles zu bewältigen. Und für all die, die es dann tatsächlich über den großen Teich wagen bleibt nur viel Spaß zu wünschen!
PS: Was nach eurem Disneyjahr auf euch wartet, erfahrt ihr in folgendem Artikel: Was nach dem Disney International Program und den Commons kommt
Wichtige Links:
Erfahrungsbericht zum Leben vor Ort
Inoffizielle Homepage zum Programm + Satellitenbilder der Commons
Offizielle Homepage zum Programm
deutsches Forum mit Fragen und Antworten rund ums Programm





Ok, und noch eine Frage
danke für die schnellen Antworten. Wenn man Server ist, muss man dann iwie 6 Maß auf einmal tragen können oder ist das auch für ein Mädchen gut machbar die Schicht durchzuhalten
?
Ein paar grundlegende Kellnerfähigkeiten sind von Vorteil, aber Disney ist hier recht entspannt. Der Biergarten ist auch nicht á la carte, sondern ein Büffet. Im Grunde bringt man die Getränke zum Tisch und räumt die Teller ab.
Sechs Maß tragen sind absolut kein Muss, macht sich aber bei den Gästen und damit beim Trinkgeld ab und an durchaus bezahlt
also ich hab da jetzt vor, mich zu bewerben… ist das denn machbar, für eine kleine, dann 18 jährige G8-schülerin, die außer schule noch nichts wirklich getan hat? also ich würde mich jetzt nicht gerade als selbstständig oder so bezeichnen… und naja ich bin mir nicht sicher, ob 12 monate dann wirklich nicht zu viel sind…!?
Hi Lala,
du solltest dir schon recht sicher sein, dass du die 12 Monate durchziehen willst. Sonst würde ich es sein lassen. Schlimmstenfalls kann man das Programm natürlich auch abbrechen, aber so ein Flug kostet ja auch ein, zwei Euro (insbesondere wenn er spontan gebucht werden muss). Vom Alter her ist es in Ordnung glaube ich, aber das wirst du spätestens merken, wenn sie deine Bewerbung nicht akzeptieren.
Das Jahr an sich wird dafür sorgen, dass du selbsständiger wirst. Dafür ist so ein Auslandsaufenthalt ja auch da. Ich behaupte die meisten haben ihr Jahr dort nicht bereut, ganz im Gegenteil, aber diese Entscheidung kann dir nunmnal niemand abnehmen. No risk, no fun!
Ich weiß das man 2 Tage in der Woche frei hat aber,..bekommt man über das Jahr verteilt irgendwie “Urlaub”,.. also ist irgendwie Zeit um zu traveln?
Wirklich Urlaub bekommt man da nicht, ist ja ein Arbeitsvisum
Du kannst aber Back to Backs beantragen. Sprich die beiden freien Tage in der Woche zusammenlegen, so dass du 4 Tage hintereinander frei hast. Zu meiner Zeit gab es noch 3 Tage die Woche frei. Wenn du richtig dick mit dem Manager bist, kannst du evtl. auch mal einen Tag mehr herausschlagen, bzw. eine Schicht abgeben.
Aber was das Reisen anbelangt ist eigentlich niemand zu kurz gekommen…
Also schafft man es mit den 2 Tagen in der Woche alles anzuschauen und vllt auch mal ein wenig weiter weg zu reisen ?
Das bestaunen der Umgebung darf nicht zu kurz kommen
du kannst dir ganz Amerika und Umgebung anschauen. Die meisten Flüge dauern ja nicht länger als 5 Std. Oder du machst eine Disne Cruise mit bspw. in den Bahamas. Mit etwas Planung solltest du nicht zu kurz kommen
Das hört sich doch schonmal ganz gut an

Danke für die Informationen
Und nun hoffe ich das sich Disney bald meldet,.. die Bewerbung habe ich vor ein paar Tagen rausgehauen
Soo nun bin ich zum Telefoninterview eingeladen..
Mit welchen Fragen muss ich rechnen ?
Wie kann ich mich am besten vorbereiten ?
Uiuiuii..
Hey Alex,
wurschtel dich mal ein bisschen durch die Kommentare, da habe ich das schon einmal beantwortet.
Dann viel Glück!
Oh,..das habe ich wohl übersehen.
Dankeschön
Hallo, ich hätte da auch mal eine Frage.
Ich würde gerne ein Jahr bei Disney arbeiten, wenn ich mit dem Abi fertig bin. Da bin ich aber gerade 18 und habe noch keine Berufserfahrung. (nur ein bisschen freiwilligenarbeit mit Kinder)
Habe ich dann überhaupt eine Chance, wenn ich mich bewerbe?