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Der Orgasmus

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Ein viel diskutiertes Thema und leidlicher Überbringer schlimmster Zwangszustände. Ein Faszinosum, über das wohl wie kein anderes geredet, geschrieben, lamentiert oder geweint wurde.

Meine Hypothese ist: Würden die typischen Merkmale des Orgasmus Bekommens vertauscht sein, die Welt währe ein friedlicher Ort und viele unserer zwischenmenschlichen Konflikte wären entschärft.

Doch zunächst eine Faktendarlegung. Wie erleben Mann und Frau den Sex, und im besten Fall den Orgasmus. Da wäre zunächst der Mann. Angetrieben von seinem evolutionären Stolz und dem Selbstbewusstsein man wäre die Reinkarnation Casanovas, ist man(n) bereit die Frauen zu beglücken. Im wahren Leben sieht das dann meist so aus, dass man sich während des Aktes alte, runzlige Frauen vorstellt oder Matheaufgaben löst, nur um nicht vorzeitig zu kommen. Denn man würde ja nie zugeben, dass alleine das Eindringen schon innerliche Selbstgespräche auslöst wie: „Oh f…, jetzt nur nicht kommen und wehe du bewegst dich jetzt!“ Das es unglückliche Zwischenfälle dann doch zu einem verkürzten Erlebnis machen, liegt in der Natur der Sache, wird aber im Alter besser, zumindest reden wir uns das ein!
Für Frauen hingegen ist schon die Vorbedingung des Gedankenloslassens schwer genug. Denn wo der Partner schon „mitten drin ist“ quält das weibliche Geschlecht noch die Frage: „Müsste ich nicht mal wieder zum Friseur und sollte ich es dieses mal vielleicht mit Strähnchen versuchen?“

Man stelle sich nun vor, all dies wäre anders herum. Nein, Männer sollen sich nicht um ihre Fingernägel mehr Gedanken machen oder Frauen auch nicht furzen und sich anschließend über die Tonlage freuen. Was ich meine, ist das Umkehren von Bedürfnissen und Gelüsten. Männer, die multiorgasmisch wären und nicht gleich einschlafen, wenn sie kommen und Frauen, die nach spätestens fünf Minuten kommen könnten und das obwohl sie mental angespannt sind. Sexuelle Unzufriedenheit wäre zwar nicht aus der Welt aber sie wäre in jedem Fall ein untergeordnetes Thema und man könnte sich den wahren Fragen des Universums widmen, wie:

–Mit welcher Geschwindigkeit breitet sich das Dunkel aus?
–Wie heißen die harten Plastikenden an Schnürsenkeln?
–Welche Farbe nehmen Schlümpfe an, wenn man sie würgt?
–Oder… Wie würden Stühle aussehen, wenn wir unsere Kniescheiben hinten hätten?